Opel Blitz

Freiwillige Feuerwehr Holtsee

LF 8 Opel Blitz von 1950 nach der Neulackierung im Jahre 2006
Die Schwungjuhle nach der Neulackierung im Jahre 2006

Schwungjuhle

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Holtseer Wehr als Ersatz für den nicht mehr einsatzfähigen Mercedes-Benz zunächst nur ein beschlagnahmter Opel P4 zur Verfügung gestellt werden. Der Opel war aber eigentlich zu schwach, um den Tragkraftspritzenanhänger zu ziehen, und für die Mannschaft war zu wenig Platz. Nachdem die Meierei Lastwagen bekommen hatte, übernahmen diese die Aufgabe des Opel.

Im Frühjahr 1950 kaufte man in Eckernförde für 300 DM ein gebrauchtes Sanitätsfahrzeug, das zum Feuerwehrauto umgebaut werden sollte. So hatte die Holtseer Wehr dann ein weißes Feuerwehrfahrzeug. Der Umbau erwies sich als teurer und schwieriger, als man angenommen hatte, und so wurde beschlossen, ein „richtiges“ Feuerwehrauto anzuschaffen, zumal die Firma Kraft Feuerschutz aus Rendsburg einen Vorführwagen günstig anzubieten hatte.

Die Schwungjuhle mit Ehrenmitgliedern

Noch im selben Jahr wurde das LF 8 Opel Blitz mit Magirus-Aufbau beschafft. Es verfügt über einen 6-Zylindermotor mit 55 PS und bot Platz für eine ganze Löschgruppe, also neun Mann. Man erzählt allerdings die Anekdote, dass einmal mehr als zwanzig Personen mitgefahren sein sollen, indem man das Innenleben des Fahrzeugs fast vollständig ausbaute. So soll man dann zum Feuerwehrball ins Nachbardorf - und vor allem wieder zurück - gefahren sein.

Einen Spitznamen hatte das Auto auch schnell weg. Wegen der weichen Federung schaukelte das Fahrzeug sehr stark und wurde schnell Schwungjuhle genannt. Und sicherlich hat man sich auch den Spaß gemacht, das Fahrzeug absichtlich zum Schwingen zu bringen, was recht einfach geht, wenn die Besatzung sich einig ist.

Schwungjuhle  1984 anlässlich der 50-Jahr-Feier
1984: Die Schwungjuhle anlässlich des 50-jährigen Jubiläums zu Besuch in Holtsee

1971 musste dann ein neues Löschfahrzeug her, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Der Opel wurde für 700 DM an die Gemeinde Schwabe (heute Ortsteil von Jevenstedt) verkauft. Dort hat das Fahrzeug dann zwischenzeitlich weiße Kotflügel bekommen und der Mannschaftsraum ist stark verändert worden. Es musste auch umgemeldet werden, sodass es heute kein Eckernförder Kennzeichen (ECK) mehr hat.

Damals hat man sich sicherlich nicht träumen lassen, die Schwungjuhle noch einmal wieder in der eigenen Garage stehen zu haben. Doch als 1989 bekannt wurde, dass der Opel nach nunmehr 39 Jahren außer Dienst gestellt werden sollte, entschloss man sich, das Fahrzeug zurückzukaufen. Die Kosten von 6000 DM wurden durch Spenden von Privatpersonen und Firmen aufgebracht und den restlichen Betrag gab die Gemeinde dazu und so konnte das Fahrzeug wieder - sozusagen als Ehrenmitglied - in die Holtseer Wehr aufgenommen werden.

Die Schwungjuhle mit Ehrenmitgliedern
2006: Ehrenmitglieder vor der Schwungjuhle anlässlich der Präsentation der neuen Lackierung

In den ersten Jahren kümmerte sich der ehemalige Gerätewart und Fahrer, das Ehrenmitglied Heinz Zoike um das Fahrzeug, sodass es fahrbereit blieb und den TÜV-Terminen gelassen entgegen gesehen werden konnte. Nachdem dann einige Jahre wenig an dem Opel gemacht wurde, wurde diskutiert, ob das Fahrzeug vielleicht an ein Museum verkauft werden solle. Schließlich entschied man sich, es zu behalten. Als erstes wurde der Oldtimer technisch so überarbeitet, dass er den fälligen TÜV-Termin überstand. Im Sommer 2006 bekam er dann eine neue Lackierung, wobei der lang gehegte Wunsch, die Kotflügel wieder in der ursprünglich schwarzen Lackierung zu haben, umgesetzt wurde.

Viel Arbeit wartet noch auf die Kameraden. Im Innenraum ist noch einiges zu tun. So müssen das Armaturenbrett und der Fußboden überarbeitet und viele Kleinigkeiten repariert werden, wobei die Ersatzteilbeschaffung allerdings immer schwieriger wird.

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