Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Holtseer Wehr zunächst nur ein beschlagnahmter Opel P4 für 300 Mark zur Verfügung gestellt werden. Das Fahrzeug war ein ehemaliges Sanitätsfahrzeug, das besonders dadurch auffiel, dass es komplett weiß lackiert war. Schnell wurde der Ruf nach einem richtigen Feuerwehrfahrzeug laut, zumal der P4 neben dem Material nicht genug Personal transportieren konnte.
1950 wurde dann von der Gemeinde das LF 8 Opel Blitz mit Magirus-Aufbau angeschafft. Es verfügt über einen 6-Zylindermotor mit 55 PS und bietet Platz für sechs Mann. Man erzählt allerdings die Anekdote, dass einmal mehr als zwanzig Personen mitgefahren sein sollen, indem man das Innenleben des Fahrzeugs fast vollständig ausbaute. So soll man dann zum Feuerwehrball ins Nachbardorf - und vor allem wieder zurück - gefahren sein.
Einen Spitznamen hatte das Auto auch schnell weg. Wegen der weichen Federung schaukelte das Fahrzeug sehr stark und wurde schnell Schwungjuhle genannt. Und sicherlich hat man sich auch den Spaß gemacht, das Fahrzeug absichtlich zum Schwingen zu bringen, was recht einfach geht, wenn die Besatzung sich einig ist.
1971 musste dann ein neues Löschfahrzeug her, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Der Opel wurde für 700 DM an die Gemeinde Jevenstedt für die Freiwillige Feuerwehr Schwabe verkauft. Dort hat das Fahrzeug dann zwischenzeitlich weiße Kotflügel bekommen. Es musste auch umgemeldet werden, sodass es heute kein Eckernförder Kennzeichen (ECK) mehr hat.
Damals hat man sich sicherlich nicht träumen lassen, die Schwungjuhle noch einmal wieder in der eigenen Garage stehen zu haben. Doch als 1989 bekannt wurde, dass der Opel nach nunmehr 39 Jahren außer Dienst gestellt werden sollte, entschloss man sich, das Fahrzeug zurückzukaufen. Die Kosten von 3000 DM wurden durch Spenden von Privatpersonen und Firmen aufgebracht und den restlichen Betrag gab die Gemeinde dazu und so konnte das Fahrzeug wieder - sozusagen als Ehrenmitglied - in die Holtseer Wehr aufgenommen werden.
In den ersten Jahren kümmerte sich der ehemalige Gerätewart und Fahrer, das Ehrenmitglied Heinz Zoike um das Fahrzeug, sodass es fahrbereit blieb und den TÜV-Terminen gelassen entgegen gesehen werden konnte. Nachdem dann einige Jahre wenig an dem Opel gemacht wurde, wurde diskutiert, ob das Fahrzeug vielleicht an ein Museum verkauft werden solle. Schließlich entschied man sich, es zu behalten. Als erstes wurde der Oldtimer technisch so überarbeitet, dass er den fälligen TÜV-Termin überstand. Im Sommer 2006 bekam er dann eine neue Lackierung, wobei der lang gehegte Wunsch, die Kotflügel wieder in der ursprünglich schwarzen Lackierung zu haben, umgesetzt wurde.
Viel Arbeit wartet noch auf die Kameraden um den stellvertretenden Wehrführer Kai-Uwe Haß, der jetzt die Arbeiten an dem Oldtimer organisiert. Im Innenraum ist noch einiges zu tun. So müssen das Armaturenbrett und der Fußboden überarbeitet und viele Kleinigkeiten repariert werden, wobei die Ersatzteilbeschaffung allerdings immer schwieriger wird.